SCHÜLERWETTBEWERB


Preisträgerfahrt: Erkundung des Nachbarlandes

Deutsch-polnische Begegnungen: Das Land Baden-Württemberg und die Woiwodschaft Lodz. Das Thema des Schülerwettbewerbs 2017/2018 sollte im Rahmen der Hauptpreisträgerreise mit Inhalt und gelebter Begegnung gefüllt werden. 14 Lodzer und 15 baden-württembergische Schülerinnen und Schüler trafen am Tag der Preisverleihung (15.6.) aufeinander und erkundeten drei Tage gemeinsam ihre beiden Länder.

Vorab lernten aber die Lodzer Jugendlichen Baden-Württemberg kennen. Nach einem staureichen Anreisetag am Dienstag (12.6.), wurde am Mittwoch (13.6.) Heidelberg zu Fuß und per Neckar-Schifffahrt erkundet. Ausklang fand der Tag bei einem landestypischen Essen im Schwarzwald, denn am Donnerstag (14.6.) stand das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach auf dem Programm. Nach einer spannenden Führung und der Herstellung von Butter wie zu (Ur-)Großmutterzeiten, stand ein adrenalingeballter Programmpunkt auf dem Plan: Es ging zur Hirschgrund Zipline Area mitten im Schwarzwald bei Schiltach. In Höhen von bis zu 83 m und Strecken von bis zu 570 m „fuhren“ die Lodzer über die Baumwipfel der Schwarzwälder Tannen und durften dabei eine unglaubliche Aussicht genießen.

Der Freitagvormittag (15.6.) stand ganz im Zeichen der Preisverleihung und dem Kennenlernen der Jugendlichen aus der Woiwodschaft Lodz und dem Land Baden-Württemberg. Im Anschluss daran erkundete die binationale Gruppe Stuttgart.

Am Samstag (16.6.) ging es auf in Richtung Polen. Erster Stopp war Breslau/Wrocław. Erkundet wurde die Stadt mit einer Stadtführung der anderen Art: eine Fahrt mit einer historischen Straßenbahn.

Lodz war am Sonntag (17.6.) die letzte gemeinsame Reisestation der Schülerinnen und Schüler aus den beiden Bundesländern/Woiwodschaften. Nach einer kurzen Stadtführung stand der Abschlussabend auf dem Programm. Es wurde gegrillt, gespielt und viel gelacht, bevor es am nächsten Morgen hieß, Abschied voneinander zu nehmen. Die Reise der Lodzer ging zu Ende und die der Baden-Württemberger wurde fortgesetzt. Diese erkundeten am Montag (18.6.) Lowitsch/Łowicz samt Freilichtmuseum und lernten den aus der Region berühmten Scherenschnitt kennen. Am Nachmittag erkundeten die Schüler Lodz nochmals aus einer anderen Perspektive. Sie hatten in Gruppen verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Am Abend bei selbst gemachten Piroggen wurden die Ergebnisse der Aufgaben vorgestellt. Die Schüler mussten Fotos von bestimmten Denkmälern, Graffitis, Restaurants usw. machen und ein Motiv für eine Postkarte aus Lodz aussuchen und fotografisch festhalten.

Richtung Riesengebirge ging die Fahrt am Dienstag (19.6.) weiter. In Krummhübel/Karpacz stiegen die Jugendlichen in die Wipfel der Bäume, um sich nach der langen Busfahrt im Hochseilgarten namens „Tarzan“ auszutoben. Bei einem typisch polnischen Büffet am Abend stärkte sich die Gruppe für den Aufstieg auf die Schneekoppe/Śnieżka am folgenden Tag (20.6.). Diese begrüßte die Reisegruppe mit gutem Wetter und belohnte die Wanderung mit einer schönen Aussicht ins Hirschberger Tal. Neben der Schneekoppe standen noch die Stabkirche Wang und eine Stadtbesichtigung von Hirschberg/Jelenia Góra auf dem Programm.

Am Donnerstag (21.6.) reisten die Preisträger nach Stuttgart zurück. Das Fazit nach der Reise: Die erwünschte deutsch-polnische Begegnung hat stattgefunden und die Lust auf das jeweilige Nachbarland wurde bei allen geweckt – Mission erfolgreich.


 

 

 

PREISVERLEIHUNG

Die eigene Perspektive ist immer geprägt vom kulturellen Hintergrund. Andere Perspektiven versteht man nur, wenn man die andere Kultur kennen lernt – Staatssekretär Julian Würtenberger betont, wie wichtig Begegnungen für den europäischen Raum sind.

Auf der feierlichen Preisverleihung des diesjährigen Schülerwettbewerbs am 15.6. im Innenministerium nahm Julian Würtenberger in seiner Festansprache Bezug auf den persischen Mystiker Dschalal ad-Din ar-Rumi. Er zitierte dessen bekannten Spruch über den Ort „Jenseits von richtig und falsch“. Dort haben Begegnungen eine Chance, tatsächlich zum Verständnis des anderen zu führen. Auch Witold Stępień, Marschall der Woiwodschaft Lodz, thematisierte die Möglichkeiten, die im Treffen von Kulturen liegen: Mit Offenheit und ohne Vorurteile, in der Realität und nicht im virtuellen Raum von Chats und Posts, entstehe Verständigung. Beide Politiker setzen ihre Hoffnungen auf die 29 Jugendlichen aus Baden-Württemberg und Polen, die als Preisträger des diesjährigen Schülerwettbewerbs gemeinsam auf Reise gehen.

Für Franziska Schmidke, Preisträgerin von der Justus-von-Liebig-Schule in Göppingen, hat der Schülerwettbewerb des HdH BW eine ganz besondere Bedeutung. Die Auseinandersetzung mit den Fragestellungen war für sie gleichzeitig auch die Beschäftigung mit der eigenen Familiengeschichte, und das bereits zum zweiten Mal: Ihr Vater stammt aus Bessarabien, "Heimat" war Thema im Wettbewerb 2016/17. Dieses Jahr erfuhr sie mehr über ihre Vorfahren mütterlicherseits, die aus Pommern nach Deutschland kamen. Das Elternhaus ihres Großvaters in Lauenburg/Lębork steht noch – das googelte sie, als sie sich mit Polen auseinandersetzte. Ihr Engagement lohnte sich, gemeinsam mit einer Freundin nahm sie, rekordverdächtig, bereits zum dritten Mal an der Preisträgerfahrt teil.




 


Preisträgertag im Schwabenpark

25 Schülerinnen und Schüler, unter anderem vom Bodensee, aus dem Schwarzwald und aus dem Rhein-Neckar-Kreis kamen am 27. Juni 2018 in den Schwaben Park, um ihren Gewinn vom Schülerwettbewerb einzulösen. Bei fabelhaftem Wetter verbrachten die Preisträger den Vormittag auf der Schiffschaukel, der Wasserrutsche oder auf der Achterbahn. Nach dem Mittagessen ging es dann in die zweite Runde und schließlich am Nachmittag erschöpft, aber glücklich, wieder nach Hause zurück.


 Kleine Preisverleihung an der Kraichgau Realschule in Sinsheim

Es waren so viele Gewinner, dass sich das Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg in Stuttgart dazu entschlossen hat, die Gutscheine und Urkunden durch zwei Mitarbeiterinnen persönlich zu überreichen: Zu den Preisträgern des Wettbewerbs „Deutsch-polnische Begegnungen: Das Land Baden-Württemberg und die Woiwodschaft Lodz“ gehören 39 Schülerinnen und Schüler der Kraichgau-Realschule.

Bei insgesamt 124 Teilnehmern in den verschiedenen Wettbewerbskategorien liegt die Kraichgau-Realschule mit der Zahl der Gewinner von weiterführenden Schulen aus ganz Baden-Württemberg ganz vorne.

Herr Blümle, Frau Huber und Frau Sing leiteten die Klassen 5b, 5c, 5d und 5e sowie die Klasse 8e bei der Bearbeitung der Aufgaben an. Aus den unterschiedlichen Fragestellungen des Wettbewerbs hatten sich die meisten Schüler für zwei Projekte entschieden: sie tauchten ein „In die Welt der Märchen“ oder gestalteten eine „Fabelhafte Unterwasserwelt“.

Im großen Musiksaal überreichten Dr. Diane Dingeldein und Jana Drah am 15. Mai 2018 39 Büchergutscheine. Elf Schüler davon dürfen sich noch zusätzlich auf einen Preisträgertag im Schwaben Park Ende Juni freuen.






Eine Teilnahme an diesem Wettbewerb ist nicht mehr möglich.
Letzter Abgabetermin war der 15. Februar 2018.
Die Preisträgerinnen und Preisträger wurden ermittelt.


LÖSUNGEN zum Wettbewerbsteil „Suchen und Finden“


Frage Antwort   Frage Antwort
1 B 16   11 A Joseph Roth
2 D Karl Dedecius   12 B Piroggen
3 D Julian Tuwim   13 D Graffiti
4 A Das gelobte Land   14 D Danton
5 A Warthe/Warta   15 A 7
6 B ein Holzboot mit einem Ruder   16 C Chemnitz
7 A Vicky Leandros   17 C ca. 4 km
8 A Marcin Gortat   18 D Petrikau/Petrików Tribunalsky
9 C Izrael Poznanski   19 C Weltjugendtag
10 B Festival der 4 Kulturen   20 B Adolf Schimmelpfennig