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März 2026
Buchcover des Romans "Meine Mutter" von Bettina Flitner

Bettina Flitner: Meine Mutter

Roman

Als Bettina Flitner für eine Lesung aus ihrem Buch »Meine Schwester« nach Celle zurückkehrt – dorthin, wo vor 40 Jahren ihre Mutter beerdigt wurde –, springen sie mit unerwarteter Heftigkeit Fragen an, die sie lange von sich fern gehalten hatte: Fragen nach dem großen Unglück im Leben ihrer Mutter und nach einer Familienkatastrophe in einer fernen Zeit und in einem fernen Land.

Und so begibt sich Bettina Flitner auf eine Reise voller Überraschungen und Entdeckungen in den Luftkurort Wölfelsgrund im ehemaligen Niederschlesien, dem heutigen Międzygórze, wo ihre Vorfahren bis zur dramatischen Flucht 1946 ein Sanatorium besessen und geleitet haben. Aus den Erlebnissen ihrer Reise ins heutige Polen, den Tagebüchern und Dokumenten ihrer Familienmitglieder und ihren eigenen Erinnerungen an das Leben ihrer Mutter erschafft Bettina Flitner nicht weniger als ein literarisches Meisterwerk, einen hochspannenden Familienroman, der zugleich eine nachgetragene Versöhnung mit der eigenen Mutter ist und die erlösende Kraft des Erinnerns und des genauen Erzählens demonstriert.

(Klappentext)

Pressestimmen 

Bettina Flitner dringt mit ihrem scharfen Blick in die Tiefenschichten von persönlichen und historischen Prägungen. Bewundernswert auch, wie sie sich bei alledem ihren schwarzen Humor bewahrt hat. Oder hat der Humor sie bewahrt?

Jenny Erpenbeck

Flitners meisterhafte Sprache – kühl, präzise manchmal hart – trägt über alle Abgründe einer solchen Geschichte hinweg. Hier wird nichts verklärt und nichts zu kurz geschlossen.

Eva Manesse

(...) was Flitner (...) berichtet, ist anrührend gerade deshalb, weil sie mit einiger Distanz erzählt. Weil Emotionales nicht mit Pomp und Drama in Szene gesetzt wird, sondern sich mit knappen und brutalen Pointen nach und nach entfaltet.

Adam Soboczynski, Die Zeit Literatur

Ein beeindruckendes Buch über ein in vielerlei Hinsicht typisches westdeutsches Frauenleben und über die Macht von Traumata, die von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden.

Oliver Pfohlmann, WDR Westart lesen

Eckdaten

Bettina Flitner: Meine Mutter : Roman. - Köln: Kiepenheuer und Witsch, 2025. – 316 Seiten. - ISBN 9783462008494
Quelle : Verlag

Februar 2026
Buchcover des Romans "Muttermale" von Dagmar Leupold

Dagmar Leupold: Muttermale

Roman

Virtuos, behutsam und unerbittlich: Dagmar Leupold bringt Dinge zum Sprechen – sie erzählen von der Mutter, aber auch von Krieg, Flucht und Fremdheit.

Wie erzählt man von der eigenen Mutter? Vor über hundert Jahren in Ostpreußen geboren, vor der Roten Armee geflohen, auf Umwegen irgendwo im deutschen Westen angekommen und dort, im neuen Leben, in der neuen Zeit nach dem Krieg, von dem bald keine Rede mehr war, immer fremd geblieben. Fremd auch der eigenen Tochter, die sich weiter und weiter entfernte, bis die Geschichte der Mutter irgendwann unbegreiflich geworden war.

»Muttermale« ist der Roman einer Annäherung. In immer neuen Anläufen versucht Dagmar Leupold, Verlorenes wiederzugewinnen. Sie greift dazu auf das zurück, was vom Leben der Mutter geblieben ist, Alltagsgegenstände, Gewohnheiten, Fotos, gern gebrauchte Wörter und Sätze: alles, was über die Zeit hinweg von der Mutter zu ihr spricht.
Sie lauscht diesem Sprechen, um ihm Geheimnisse und Unausgesprochenes abzulauschen, und findet immer wieder Spuren eines Traumas.

(Klappentext)
 
Nominiert für den Bayerischen Buchpreis 2025
 
Lesung und Gespräch mit Dagmar Leupold auf der Frankfurter Buchmesse 2025 als Livemitschnitt auf youtube

Pressestimmen 

Ganz besonders psychologisch und stilistisch geglückt ist indes Dagmar Leupolds Roman „Muttermale“ […] wie die frühe Prägung durch eine verlorene Heimat noch die nächste Generation beeinflusst, ist selten so eindrucksvoll beschrieben worden wie hier.

Andreas Platthaus, FAZ

Allem voran aber besticht "Muttermale" durch seine präzise Form – wie Bernstein goldgelb schimmernd, glasklar und steinhart poliert. Kein Wort ist hier fehl am Platz, keines abgegriffen oder überflüssig. Der Überlebenskampf, den das in seiner ewigen Winterstarre eingeschlossene Wesen, in dem man getrost Mutter und Tochter erkennen darf, geführt haben muss, wird in diesem bei aller Strenge wahrnehmungsoffenen Roman in eine vom Schweigen geschliffene Sprache befreit.

Andrea Köhler, Die Zeit

Im Schlaf hast du deine Tochter womöglich sogar gerngehabt, schreibt Dagmar Leupold in »Muttermale«. Und schon dieser schlichte Satz gibt eine Ahnung von der Wucht ihres Romans. Was die Zeile noch nicht verrät: Wie ungemein reich an Bildern und Lebenswissen die Sprache der Autorin ist. Und so leuchtet Dagmar Leupold Themen, die wahrlich oft beschrieben wurden, völlig neu aus. Das Buch beweist: Große Literatur braucht kein neues Sujet

Jury Bayerischer Buchpreis

Wie man Verdecktes erhellen, wie man Ungesagtes lesen kann, zeigt Dagmar Leupold empathisch und mit großer Sprachvirtuosität. Das Porträt ihrer Mutter, stellvertretend für eine ganze Generation.

Carsten Hueck, Deutschlandfunk

Eckdaten

Dagmar Leupold: Muttermale : Roman. - Salzburg: Jung und Jung, 2025. – 176 Seiten. - ISBN 978-3-99027-419-4
Quelle : Verlag

Januar 2026
Buchcover des Romans "Fische im Trüben" von Elli Unruh

Elli Unruh: Fische im Trüben

Roman

Elli Unruh erzählt die Geschichte einer deutsch-mennonitischen Familie, die bis Ende der achtziger Jahre in der Sowjetunion, im südlichen Kasachstan, lebte. Sie taucht ein in die Zeit ihrer Vorfahren, Großeltern und Eltern. Einprägsam und lebendig schildert sie das Leben von Menschen, die durch den Lauf der Geschichte und ständig wechselnde Lebensumstände und -orte nicht mehr aus noch ein wissen, aber in Traditionen, Religion und eigener Sprache Halt finden.
Faszinierend lernt man eine ganz und gar fremde Welt kennen, fremde Lebensweisen, fremd auch, was das sowjetische System im Alltag betrifft mit der allgegenwärtigen Miliz und den »Bevollmächtigten«.

Geschrieben in einer einfachen, poetischen Sprache, die angereichert wird durch das Deutsch, das die Mennoniten aus Westpreußen nach Russland mitgebracht hatten – das Plautdietsch, das bis heute gesprochen wird. Das alles vor dem Hintergrund einer unbekannten, wunderschönen, fruchtbaren Landschaft mit riesigen Apfelplantagen, wilden Flüssen und weiten Steppen.

(Klappentext)

Pressestimmen 

Ein erstaunliches, ganz und gar ungewöhnliches Buch.

Jörg Plath, Deutschlandfunk Kultur

Elli Unruh erzählt in ihrem hervorragenden Debütroman von einer Familie, die als Mennoniten ihre Heimat in Kasachstan verlassen hat. In ihrer poetischen Sprache versteht die Autorin diese Welt heraufzubeschwören. Die Trakehner Pferde, Esel, Hühner und Hunde spielen eine große Rolle – und die Menschen, die gegen Not und Hunger kämpfen müssen. Manche Dialoge schreibt sie in Plautdietsch, jener Sprache, die ein wenig wie altertümliches Deutsch wirkt und in Mennoniten-Gemeinden weltweit noch heute gesprochen wird. Manche Begriffe sind aus dem Russischen übernommen. So meint man, einen oft zärtlich sanften Erzählton zu hören in diesem auch handwerklich hervorragend gestalteten Band.

Annemarie Stoltenberg, NDR Kultur

Eckdaten

Elli Unruh: Fische im Trüben : Roman. - Berlin : Transit, 2025 - 199 Seiten. - ISBN 978-3-88747-420-1
Quelle : Verlag

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