AUSSTELLUNG 09.10.2026 bis 01.04.2027
In Bewegung.
Heimat, Herkunft und das östliche Europa
Was bedeutet »Heimat« für mich? Habe ich überhaupt eine, oder vielleicht sogar mehrere? Kann ich, will ich, muss ich mich einem Ort verbunden, einer Gemeinschaft zugehörig fühlen? Und wer definiert, wer wo dazugehört? Fragen wie diese sind universell. Menschen stellen sie sich jedoch vor allem dann, wenn sie Bewegung wahrnehmen: Indem sich die Welt um sie herum verändert oder sie selbst den Ort wechseln, ganz gleich aus welchen Gründen.
Das Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg wurde vor 50 Jahren gegründet, um Kultur und Geschichte der Deutschen des östlichen Europas im Südwesten der Bundesrepublik bekannt zu machen. Infolge des Zweiten Weltkrieges hatten die meisten von ihnen ihre jeweilige Heimat, geografisch und kulturell verstanden, zurücklassen und sich anderswo eine neue Existenz aufbauen müssen, zum Beispiel in Baden-Württemberg. In ihrer alten Heimat lebten nun andere, teils ihrerseits migrierte Menschen. In einer zweiten großen Migrationsbewegung folgten in den 1980er- und 1990er-Jahren Millionen deutschstämmiger (Spät)Aussiedler aus Ost- und Mitteleuropa.
Inzwischen versteht sich Deutschland auch offiziell als Einwanderungsland. Zahlreiche Menschen unterschiedlichster Herkunft teilen Erfahrungen von Heimatverlust, Neuanfang und eines Lebens in mehreren Kulturen und Sprachen – unabhängig davon, ob sie erst seit kurzem, seit Jahrzehnten oder von Geburt an hier leben. Die weit über Flucht und Vertreibung hinausgehende Geschichte der Deutschen des östlichen Europas zeigt indes, dass Deutschland und die Vorgängerstaaten lange auch Auswanderungsgebiete waren.
Die Ausstellung skizziert anhand von fünf Schlüsselbegriffen – Migration/Mobilität, Zwangsmigration, Zusammenleben, Zugehörigkeit, Erinnerung – wesentliche Aspekte der Geschichte der Deutschen des östlichen Europa. Sie beleuchtet die historischen Verbindungen zwischen dem deutschen Südwesten und Mittel- und Osteuropa zieht dabei immer wieder Verbindungslinien in die Gegenwart. Eigens erstellte Beiträge von Kunstschaffenden, Vereinen und Schülerinnen und Schülern reflektieren die Bedeutung der Ausstellungsthemen.
Ausstellungseröffnung
Freitag, 09.10.2026, 16:30 Uhr
Im Rahmen des Fests zum 50-jährigen Bestehen des HdH BW: »Der Osten im Westen«
Ausstellungsdauer: 09.10.2026 bis 01.04.2027
Ausstellungsort: Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg, 4. OG Ausstellungsraum
Öffnungszeiten: Mo, Di, Do 9:00 bis 15:30 Uhr. Mi 9:00 bis 18:00 Uhr
An gesetzlichen Feiertagen sowie vom 22.12.2026 bis zum 06.01.2027 geschlossen
Der Eintritt zur Ausstellung, zu Führungen und Veranstaltungen ist frei.
Die Ausstellungs- und Veranstaltungsräume sind nicht barrierefrei erreichbar.
Einlass zu den Veranstaltungen bis zum Erreichen der höchstzulässigen Besucherzahl
Führungen
(Anmeldung nicht erforderlich) im Ausstellungsraum, 4. OG. Mit Rainer Bobon, HdH BW
Mittwoch, 06.05.2026, 17:00 Uhr, zur Ausstellungseröffnung. »Der schwarze Elefant«: Familiengeschichte wiederentdeckt
Mittwoch, 10.06.2026, 17:00 Uhr. Prag 1933-1939: Zuflucht auf Zeit
Mittwoch, 24.06.2026, 17:00 Uhr. »Der schwarze Elefant«: Familiengeschichte wiederentdeckt
Mittwoch, 09.09.2026, 17:00 Uhr. »Der schwarze Elefant«: Familiengeschichte wiederentdeckt
Mittwoch, 16.09.2026, 17:00 Uhr. Last-Minute-Führung. Mit Carsten Eichenberger, HdH BW

