Kuratorenführung „Keine Nacht so dunkel“
Von einer „ganz normalen Familie“ berichtete Kurator David Vaughan aus Prag bei seiner exklusiven Führung durch die Ausstellung „Keine Nacht so dunkel“ – und doch einer bemerkenswerten: offen für Neues, mehrsprachig, künstlerisch und technisch begabt, vor allem aber von großem Zusammenhalt getragen. Rudolf Wels sei möglicherweise „nicht zynisch genug“ gewesen, um die Gefahr durch die nationalsozialistische Verfolgung rechtzeitig zu erfassen, so die Einschätzung von Vaughan.
Für die Nachfahren von Tomáš Wels, der durch seine Flucht nach Großbritannien als einziges Familienmitglied der Ermordung im Holocaust entging, öffnete die späte Beschäftigung mit ihrer Familiengeschichte neue Perspektiven. Ihr verdanken sie Freundschaften in der Heimat ihrer Großeltern. Eine emotionale Bindung zu ihren Vorfahren und deren mehrsprachiger, in bewegenden Fragmenten in einer Kiste dokumentierten Lebenswelt aufzubauen, fällt ihnen trotz allem schwer, so Vaughan.

