Kein Ende der Geschichte
Königsberger Prägung im jüdischen Kaliningrad
Königsberg war einst Heimat einer traditionsreichen jüdischen Gemeinde. In Kaliningrad gibt es inzwischen wieder ein reges jüdisches Leben. Der Verein »Juden in Ostpreußen« setzt sich seit über zwanzig Jahren zum Ziel, Nachfahren ostpreußischer Juden, die auf allen fünf Kontinenten leben, mit Bewohnern des heutigen Kaliningrads in Kontakt zu bringen. Was haben die Familien der ehemaligen Königsberger zu übermitteln und wie finden sich diese Botschaften im heutigen Kaliningrader Leben?
Prof. Dr. Ruth Leiserowitz und Michael Leiserowitz stellen, unterstützt durch zahlreiches Bildmaterial, vor, welche Aspekte der Kultur und Geschichte der jüdischen Deutschen auch dank der Arbeit des Vereins in der Gegenwart präsent sind.
Prof. Dr. Ruth Leiserowitz ist Senior Researcher am Institut für Geschichte und Archäologie der Baltischen Region (BRIAI) der Universität Klaipėda und apl. Prof. für Osteuropäische Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Michael Leiserowitz ist Tourismusexperte und arbeitet als Guide im Museum der Geschichte der polnischen Juden POLIN in Warschau.
In der Reihe: Jüdisches Leben in Königsberg/Kaliningrad und Czernowitz/Chernivtsi
Das östliche Europa war über Jahrhunderte reich an jüdischen Gemeinden von großer, überregionaler Strahlkraft – unter ihnen auch deutschsprachige. Der Holocaust löschte das jüdische Leben dort aus. Heute ist jüdische Geschichte an vielen Orten wieder sichtbar, vor allem dank zivilgesellschaftlicher Initiativen. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion entstanden kleine jüdische Gemeinden, die im Laufe der Jahrzehnte gewachsen sind: Synagogen wurden renoviert oder wiederaufgebaut, Museen neu gegründet, Kontakte ins Ausland geknüpft.
Die Vorträge zeigen aktuelle Perspektiven auf jüdisches Leben in Städten der ehemaligen Sowjetunion – nicht zuletzt vor dem Hintergrund des russischen Kriegs gegen die Ukraine, seiner materiellen wie kultur- und erinnerungspolitischen Folgen.
Der Eintritt ist frei.
Einlass bis zum Erreichen der höchstzulässigen Besucherzahl. Der Veranstaltungssaal ist nicht barrierefrei.
Eine Zusammenarbeit mit: Evangelisches Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart, Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München e. V. (ikgs), forum jüdischer bildung und kultur e. V. (fjbk)

