Auguste Hauschner: »Ein irrender Mensch mit dem anderen«
Das Werk der Prager Schriftstellerin, Journalistin und Salonnière Auguste Hauschner (1850–1924) thematisiert und gestaltet das enge Wechselverhältnis der Emanzipationsbewegungen und -diskurse von Juden, Frauen und sozial Benachteiligten um 1900. Es artikuliert sich darin eine Stimme des liberalen deutschsprachigen Judentums, die für ihre Zeit als repräsentativ gelten darf. Angesichts der religiösen Erneuerungsbewegungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts vertritt Hauschner dezidiert säkulare Auffassungen, beruft sich dabei emphatisch auf die Errungenschaften der Aufklärung und auf die emanzipatorische Kraft von Bildung. Sie wurde nicht nur vom breiten Publikum und der Kritik geschätzt, sondern stand auch mit Zeitgenossen wie Max Brod, Gustav Landauer oder Arthur Schnitzler im regen Austausch. Anders als diese Männer geriet sie in der Folge weitgehend in Vergessenheit.
Prof. Dr. Bettina Bannasch, Professorin für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Augsburg, führt in Leben und Werk ein. Rahel Ehret, Sprecherin und Sprecherzieherin aus Stuttgart, liest aus Romanen, Artikeln und Briefen.
Begleitprogramm der Ausstellung »Keine Nacht so dunkel«
Der Eintritt ist frei.
Einlass bis zum Erreichen der höchstzulässigen Besucherzahl.
Der Veranstaltungssaal ist nicht barrierefrei.

