Vortrag


Donnerstag, 26. April, 18 Uhr, Großer Saal EG






Die schwäbische Siedlung am östlichen Mittelmeer - 80 Jahre Shavei Zion


Heinz Högerle und Barbara Staudacher,
Träger- und Förderverein der Ehemaligen Synagoge Rexingen

Auf dem großen jüdischen Friedhof in Rexingen bei Horb ist bis heute gut erkennbar, dass die Wurzeln der hier über Generationen lebenden jüdischen Familien zum Teil in Ostmitteleuropa lagen. Trotz größter Schwierigkeiten gelang zehn dieser Familien und einigen jungen Männern im Jahr 1938 die Ausreise aus Deutschland. In dem von Unruhen erschütterten, damals noch britischen Mandatsgebiet Palästina gründeten sie eine neue Gemeinde: Shavei Zion.

Als Preview zur Ausstellung "Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen" stellen Heinz Högerle und Barbara Staudacher vom Träger- und Förderverein der Ehemaligen Synagoge Rexingen anhand zahlreicher Bildaufnahmen diese Auswanderung schwäbischer Juden nach Palästina vor. Sie informieren über die Gründung von Shavei Zion und berichten über die Entwicklung der Siedlung bis heute.

Der Eintritt ist frei.

Einlass bis zum Erreichen der höchstzulässigen Besucherzahl. Der Veranstaltungsraum ist nicht barrierefrei.

 

 

Eine Veranstaltung im Rahmenprogramm der Ausstellung
"Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen"

"Ohne Rexingen kein Shavei Zion"

"Ohne Rexingen kein Shavei Zion", so Barbara Staudacher und Heinz Högerle bei der einleitenden Vorstellung des Träger- und Fördervereins der Ehemaligen Synagoge Rexingen. Die jüdische Landgemeinde in Rexingen hat eine lange Tradition. Man lebte in guter Nachbarschaft mit der katholischen Bevölkerung – auf Postkarten waren die katholische Kirche und die Synagoge nebeneinander abgebildet. Der Anteil der Rexinger Juden an der Dorfbevölkerung sank bis 1933 nie unter 26 Prozent.

Mit der so genannten Machtergreifung der Nationalsozialisten änderte sich die Lebenssituation vor allem der jüdischen Familien grundlegend. In fast allen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens spürten sie die Repressionen des nationalsozialistischen Regimes. Vor diesem Hintergrund entstand – nach breiten Diskussionen über das Für und Wider und das Wohin – der Plan einer Gruppenauswanderung in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina. Die 1938 von Unruhen erschütterte Region war für die Gründer des neuen Dorfes Shavei Zion ("Rückkehr nach Zion") ein fremdes und doch gefühlsmäßig vertrautes Land. Am 13. April 1938 wurde die Siedlung zusammen mit anderen Flüchtlingen aus Deutschland gegründet. Mit dem in großen Holzcontainern verpackten Umzugsgut (als "Lift" bezeichnet) waren sie zuvor mit der "Galiläa" angekommen.

Anhand zahlreicher Fotos, Tagebuchaufzeichnungen und Dokumente schilderten die Referenten die großen Schwierigkeiten in den Anfangsjahren, aber auch die Erfolge etwa in der Viehzucht und in der Milchproduktion. Auch zeigten sie in ihrer Powerpoint-Präsentation die Entwicklung der Siedlung bis heute. Neue Umweltbestimmungen und die allgemeine technische Entwicklung führten in den letzten Jahren zu tiefgreifenden Veränderungen. Die großen Kuhställe, die Wahrzeichen von Shavei Zion, gibt es nicht mehr.

Im Mittelpunkt standen abschließend Persönlichkeiten wie der Stuttgarter Otto Hirsch als Unterstützer des Auswanderungsprojektes, der Oberbürgermeister von Stuttgart Arnulf Klett, der die „Schwabensiedlung“ 1968 besuchte sowie Bundespräsident Theodor Heuss, der eine enge Verbindung zu den Menschen in Shavei Zion hatte.

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