Dezember 2015

Heimo Schwilk

Rilke und die Frauen

Biografie eines Liebenden

»Dein Dich unendlich liebender Kater René.« Rilke an seine erste Liebe Valerie von David-Rhonfeld

»Es gibt keine Kraft in der Welt als die Liebe«, schrieb Rainer Maria Rilke. Und nach diesem Credo lebte er: Er feierte die Liebe, verschrieb sich ihr mit ganzer Seele. Die Frauen standen für ihn im Mittelpunkt. Angefangen bei seiner innig geliebten Mutter Sophia und der gestrengen »Übermutter« Lou Andreas-Salomé über die Bildhauerin Clara Westhoff bis zu der großzügigen Mäzenin Fürstin von Thurn und Taxis. Leidenschaftliche Frauen wie die Dichterin Marina Zwetajewa waren verzaubert von Rilkes Poesie. Sie bewunderten, wie es dieser äußerlich unscheinbare Mann verstand, aus heißen Emotionen kühl und formvollendet Kunst zu gestalten. Als Künstlerinnen säumten sie seinen Weg, konnten aber dauerhaft nicht heimisch werden in seinem rastlosen Leben.

Heimo Schwilk erzählt in seiner neuen, meisterlich geschriebenen Biografie von diesen Frauen und ihren Schicksalen. Ein Buch über die Liebe – und wie sie sich in großer Dichtung vollendet.

Der Reiz dieser Darstellung besteht auch darin, dass erstmals sämtliche verfügbare Quellen wie Tagebücher und Briefe Memoiren und Aufzeichnungen mit einbezogen werden. So tritt Rilke dem Leser in seltener Lebendigkeit entgegen.

(Klappentext)


Pressestimmen

„Wieviel Verstellung und Einbildung stecken hinter der Hypochondrie und den Klagen Rilkes, wieviel Kalkül hinter seinen in jeder Hinsicht maßlosen Briefen, wieviel Berechnung hinter Liebesschwüren und Treueversprechen? Heimo Schwilk erlaubt sich nur kleine Spitzen und sarkastische Kommentare, lässt ansonsten aber das reichhaltige oft skurrile und bizarre Material für sich sprechen.“
FAZ


„Der Autor geht Rilkes Beziehungsmustern nach und porträtiert auf fesselnde Weise die starken Frauen, die er betörte: mit erzählerischer Delikatesse und analytischer Schärfe, Distanz und Respekt, als Philologe so überzeugend wie als Stilist.“
Sonntag


„Die Kapitel des Buches sind mit den Namen der Frauen und ihrer Funktion im Leben Rilkes überschrieben...In diesem Rahmen legt Schwilk eine Künstlerseele blank, die zwischen Zyklen aus Glücksrausch, Krankheit und Psychosen einen Schaffensegoismus betreibt, der wohl eine Art sublimiertes Imponiergehabe darstellt.“
NZZ am Sonntag


„Rilke und die Frauen‹ bietet ein buntes, feinfühlig-unterhaltsames Panoptikum der weiblichen Zuneigung, An- und Abwesenheit, an dessen Beginn allerdings, wie sollte es anders sein, Rilkes leibliche Mutter Sophia stand (...). In Kenntnis der 1134 Briefe Rilkes an seine Mutter, die erst 2009 veröffentlicht wurden, gelingt es Schwilk mit seinem Buch einen wesentlichen neuen biographischen Akzent zu setzen: der Dichter als Muttersohn, oszillierend zwischen Anbetungs- und Fluchtgefühlen gegenüber allem Weiblichen.“
Die Tagespost


„Heimo Schwilk hat sich in seinem Buch ›Rilke und die Frauen‹ auf biografische Spurensuche gemacht und kommt zu überraschenden Erkenntnissen. Der Autor der ›Duineser Elegien‹ und der ›Sonette an Orpheus‹ war gar kein Erotiker, sein Begehren war religiös inspiriert, und Liebe diente in erster Linie der Selbststeigerung als Dichter.“
Die Welt


„Schwilk gelingen einfühlsame Porträts von Clara Westhoff, Sophia Rilke, Lou Andreas-Salomé, Marie von Thurn und Taxis und vielen anderen.“
Börsenblatt


„Der Autor verzahnt seine biografische Erzählungen mit dem Werk des Dichters, das am besten sein komplexes Verhältnis zu Frauen widerspiegelt. Auch die erst seit einigen Jahren vorliegende Korrespondenz mit der Mutter gibt wichtige Aufschlüsse.“
dpa



Heimo Schwilk: Rilke und die Frauen : Biografie eines Liebenden. München: Piper, 2015, 336 S.
ISBN: 978-3-492-05637-3

Quelle: http://www.piper.de


Klaus Modick

Konzert ohne Dichter

Roman

Die Chronique scandaleuse Worpswedes: Rilke und Vogeler, ihr Werk und die Frauen – und ein epochales Gemälde

In seinem neuen Roman erzählt Klaus Modick die Entstehungsgeschichte des berühmtesten Worpsweder Gemäldes, von einer schwierigen Künstlerfreundschaft – und von der Liebe. Heinrich Vogeler ist auf der Höhe seines Erfolgs. Im Juni 1905 wird ihm die Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen – für sein Gesamtwerk, besonders aber für das nach fünfjähriger Arbeit fertiggestellte Bild »Das Konzert oder Sommerabend auf dem Barkenhoff«. Während es in der Öffentlichkeit als Meisterwerk gefeiert wird, ist es für Vogeler das Resultat eines dreifachen Scheiterns: In seiner Ehe kriselt es, sein künstlerisches Selbstbewusstsein wankt, und eine fragile Freundschaft zerbricht. Rainer Maria Rilke, der literarische Stern am Himmel der Worpsweder Künstlerkolonie, und sein Seelenverwandter« Vogeler haben sich entfremdet – und das Bild bringt das zum Ausdruck: Rilkes Platz zwischen den Frauen, die er liebt, bleibt demonstrativ leer. Was die beiden zueinander führte und später trennte, welchen Anteil die Frauen daran hatten, die Kunst, das Geld und die Politik, davon erzählt Klaus Modick auf kunstvolle Weise: Auf der Reise zur Preisverleihung erinnert Vogeler sich an die Gründung der Künstlerkolonie, die Magie der ersten Begegnung mit Rilke in Florenz, die Euphorie des gemeinsamen Aufbruchs – und an Paula Modersohn-Becker und Clara Rilke-Westhoff, die Frauen, denen Rilke in einer skandalösen Dreiecksbeziehung verbunden war. Ein großartiger Künstlerroman, einfühlsam, kenntnisreich, atmosphärisch und klug.

(Klappentext)


Pressestimmen

„Der großartige Künstlerroman ist einfühlsam, kenntnisreich, atmosphärisch und klug geschrieben.“
Wochenspiegel


„Klaus Modick schreibt mit Detailtreue, viel Empathie für die künstlerische Gemeinschaft [...] und nimmt mit ziselierter Bissigkeit Rilkes delikatisierte Selbstfeier aufs Korn. [...] zwei hervorragende Künstlerporträts.“
Gießener Anzeiger


„Mit Konzert ohne Dichter knüpft Modick sehr gelungen an die Tradition der Künstler-Erzählung an. [...] Die positive Resonanz, die [...] Sunset erfuhr, [verdient] auch sein neuer Roman [...].“
Badische Zeitung


„[...] eine [...] charmante Kreuzung aus Künstler- und Heimatroman [...], in der die Aporien der utopisch verklärten »Lebensform Worpswede« am trockenen Humor der Region abprallen.“
Süddeutsche Zeitung


„Mit großer Empathie [...] führt uns der Autor durch die Künstlerkolonie. Das alles ist so wunderbar unangestrengt erzählt, dass man sich auf [...] seltsame Weise verzaubert fühlt.“
Augsburger Allgemeine


„Ein genau beobachteter Roman über ein historisches Thema, der dabei nicht zum detailschwelgerischen Kostümfilm wird. Erzählt mit norddeutscher Lakonie und streckenweise grandios komisch.“
WDR5 Scala


„Das Konzert ohne Dichter malt nicht nur schöne Landschaften, es [...] beleuchtet das Verhältnis von Kunst und Leben und bietet manche literaturhistorische Überraschung.“
Ostthüringer Zeitung


„[...] mit Verve, Humor und Stilvermögen [...]“
Frankfurter Rundschau


„Fantastische Naturbeobachtungen mit einer unerschöpflichen Fülle an Bildern, genau charakterisierte Figuren, Witz und eine assoziative, fast spielerische Sprache machen aus diesem Werk einen Lesegenuss.“
Nürnberger Nachrichten


„Mit Konzert ohne Dichter ist Modick sein Meisterstück gelungen. [...] er öffnet dem Leser die Augen und Ohren für die Wahrheiten von Kunst und Leben selbst.“
Das Erste - druckfrisch


„Modicks Abgesang auf künstlerische Träume ist so filigran zu Papier gebracht wie Vogelers unvergessene Bilder.“
Brigitte



Modick, Klaus: Konzert ohne Dichter. Roman. – Hamburg, Kiepenheuer & Witsch, 2015, 240 S.
ISBN: 978-3-462-04741-7

Quelle: www.kiwi-verlag.de





November 2015

Lena Gorelik

Die Listensammlerin

Roman

Oft weiß Sofia nicht aus noch ein: An das Dasein als Mutter hat sie sich noch nicht gewöhnt, ihre kleine Tochter wird bald am Herzen operiert, Sofias eigene Mutter ist mehr Last als Hilfe, und die alte Großmutter dämmert dement vor sich hin. Nur ihre Leidenschaft, Listen anzulegen – Listen der peinlichen Kosenamen, der witzigen Neurosen, netten Ärzte etc. –, bringt ein wenig Ordnung in Sofias Leben. Da macht sie in der großmütterlichen Wohnung eine Entdeckung: eine andere Listensammlung, in vergilbte Hefte notiert, in kyrillischer Schrift – die Familie hat in den Siebzigern die Sowjetunion verlassen. Über diesen Fund stößt Sofia auf einen geheimnisvollen Onkel, über den nie jemand sprach: Onkel Grischa, ein Querkopf und schräger Vogel, der sich im Untergrund betätigt hat, der alle in Gefahr brachte und den trotzdem alle liebten. Anhand der Listen spürt Sofia Grischas dunkler Geschichte nach und entdeckt, was die Vergangenheit für das Jetzt und für sie bedeuten kann... „Die Listensammlerin“ erzählt mitreißend und mit wunderbar originellen Figuren die Geschichten von Grischa und Sofia. Ein oft komischer, warmer und lebensnaher Familienroman, der gar nicht so einfache Fragen stellt: was Familie, Nähe und Fremdsein bedeuten – und wer man selber ist.

(Klappentext)


Pressestimmen

„Lena Gorelik ist eine der interessantesten Stimmen der neuen deutschen Literatur. Ihr Roman ist lebendig, auch witzig geschrieben, mit einprägsamen Figuren und Milieus“
Begründung der Jury für den Buchpreis 2014 der Stiftung Ravensburger Verlag


„Lena Gorelik erzählt elegant, fließend und mit viel Witz und Tiefe und ragt spätestens mit diesem Buch aus der Schar der jungen, hervorragenden deutschen Autoren noch weit heraus.“
WDR


„‘Die Listensammlerin’ (…) imponiert durch eine geschickte Dramaturgie, warmherzig gezeichnete Figuren und eine lebendige Sprache, die den Ton der Verzweiflung genauso souverän trifft wie den der Genervtheit, der Unruhe oder Verschmitztheit.“
ORF


„Lena Gorelik ist eine der interessantesten Stimmen der jungen deutschen Literatur.“
Freundin Donna


„Lena Gorelik beschreibt diese Familiengeschichte mit großem, aus Winzigkeiten zusammengesetztem Schwung, bewegend und zugleich witzig.“
Sächsische Zeitung


„Lena Goreliks “Listensammlerin“ ist (…) ein ziemlich großer Spaß.“
NDR Info



Gorelik, Lena: Die Listensammlerin. Roman. Berlin: Rowohlt, 2014.-347 S.,
ISBN 978-3-499-23844-

Quelle: www.lenagorelik.de





Oktober 2015

Jürgen Goldstein

Georg Forster
Zwischen Freiheit und Naturgewalt


Georg Forster (1754–1794) war eine der faszinierendsten Gestalten seiner Zeit: glänzender Schriftsteller, Naturforscher, Entdecker, Zeichner, Übersetzer und entschiedener Revolutionär. Auf seiner Weltumsegelung mit James Cook berührte er Eisberge mit den eigenen Händen, lief den Strand von Tahiti entlang, besuchte fremde Völker, lebte unter »Menschenfressern« und überquerte Ozeane und den Äquator. Er stand im Zentrum des politischen Geschehens, als er – inspiriert von der Französischen Revolution – 1793 die »Mainzer Republik« ausrief, die erste Republik auf deutschem Boden. Anschaulich und fesselnd portraitiert Jürgen Goldstein dieses Ausnahmeleben, in dem sich »Freiheit« und »Naturgewalt« berührten. Niemand ist auf vergleichbare Weise das erfahrungsgetriebene Experiment eingegangen, die Natur mit dem Politischen kurzzuschließen. Die Funken, die Forster aus seinen Leitvorstellungen schlug, erhellten für einen Weltaugenblick die Aussicht, es könne so etwas wie natürliche Revolutionen geben.

(Klappentext)


Gleim-Literaturpreis 2015 für die Biografie

»In seiner Studie zeichnet Jürgen Goldstein mit großem erzählerischem Talent das kurze und überaus ereignisreiche Leben des Schriftstellers, Übersetzers, Forschungsreisenden, Revolutionärs und Zeichners Georg Forster (1754-1794) nach. Er stellt hierbei die Naturwahrnehmung und die Wahrnehmung fremder Völker anhand zahlreicher Texte Forsters in den Mittelpunkt, um, erstmalig in der Forster-Forschung, diese Erfahrung (besonders das Erlebnis friedlicher Gesellschaften in Tahiti) mit den politischen Überzeugungen und Aktivitäten Forsters während der Mainzer Republik in Verbindung zu bringen. Kenntnisreich verfolgt Goldsteins Forsters Idee, die Gesetze der Natur auf die Gesetze der Gesellschaft zu übertragen und die Idee der politischen Freiheit aus der Natur abzuleiten. Goldstein liefert, so die Einschätzung der Jury, eine außerordentliche Denk- und Erfahrungsbiografie des 18. Jahrhunderts, die an einen wichtigen Mann der deutschen Aufklärung erinnert, seine Ambivalenz im Denken auslotet und seine sprachliche Virtuosität den heutigen Lesenden vor Augen stellt.«

Mit dem Gleim-Literaturpreis werden alle zwei Jahre bedeutende Beiträge zur Erschließung der Geistes- und Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts ausgezeichnet, die durch eine reflektierte Sprachverwendung den engeren Fachdiskurs verlassen und ein größeres Publikum erreichen.


Pressestimmen

„Ein reichhaltiges und spannendes Buch, das seinen Helden in zahllosen, gut gewählten Zitaten zu Wort kommen lässt. Sein wichtigstes Verdienst aber ist, dass es Forster als Denker vorstellt und damit den Zusammenhang der beiden Hauptteile seiner Biografie - Weltumsegelung, Revolution - zum ersten Mal plausibel macht.“
Gustav Seibt, Süddeutsche Zeitung


„Wie in Forsters Denken und Handeln die beiden Schlüsselbegriffe der Epoche, ›Natur‹ und ›Revolution‹, kurzgeschlossen wurden, rekonstruiert Goldstein auf eindrucksvolle Weise: in einem packenden luziden Stil und wo immer möglich ›die Kostbarkeit des Wortlauts‹ bewahrend mittels Zitatcollagen aus Forsters Tagebüchern, Briefen oder Werken.“
Oliver Pfohlmann, NZZ


„Die Revolution ist für Forster keine Kopfgeburt, sondern ein Naturereignis, eine ›Selbstentzündung der Vernunft‹. Sie waltet als Schicksal noch über der Freiheit und macht uns ›genauso unabhängig wie den Schachkönig‹. Diesen Zusammenhang einer ›natürlichen Revolution‹ aus Forsters Natur- und Menschenkunde entwickelt zu haben ist Goldsteins nicht geringes Verdienst.“
Alexander Kosenina, FAZ


„Goldstein geht es um die Erfahrungslebenslehre, um die ambivalente Natur- und Geschichtsphilosophie Forsters vor dem Hintergrund der anthropologischen Debatten seiner Zeit. Es gelingen Goldstein immer wieder verblüffende Seitenblicke. Er zeigt uns keinen heroisch Gescheiterten, sondern einen Erfahrungsdenker, der ›das Eismeer der Geschichte‹, wie Theodor Lessing es nannte, eben so kühn wie stoisch durchfahren hat.“
Benedikt Erenz, Die Zeit, Juli 2015


„Spannend und mit ausführlichen Zitaten schildert Goldstein Forsters große Reise, deren Eindrücke und Strapazen ihn ein Leben lang begleiten sollten.“
Janika Gelinek, NZZ, April 2015



Jürgen Goldstein: Georg Forster - Zwischen Freiheit und Naturgewalt. Berlin: Matthes & Seitz, 2015,
301 S. ISBN: 978-3-95757-090-1

Quelle: www.matthes-seitz-berlin.de





September 2015

Jan Himmelfarb

Sterndeutung

Roman

Arthur Segal, Übersetzer und einigermaßen seriöser Autohändler, versucht sich Anfang der 90er-Jahre, kurz vor seinem 51. Geburtstag, seiner selbst und der Geschichte seiner jüdischen Familie zu vergewissern, einer Geschichte von Liebe und Arbeit, Verfolgung und Überleben, Glück und Chuzpe. Wie fühlt es sich an, wenn man den eigenen Geburtsort nicht genau angeben kann und wenn man bei der Geburt schon zum Tode verurteilt war, als Jude während des Holocaust, im Osten, irgendwo in den Bloodlands? Und wenn man dann doch, ein Wunder, überlebt und spät, als Kontingentflüchtling, mit der Familie aus der Ukraine ins Land der ehemaligen Täter zieht und sich dort sogar ein gutes Leben aufbauen kann? Und die eigene, blitzgescheite Tochter plötzlich Elitestudentin wird, einen deutschen Freund hat und auf dem Weg in eine schöne, neue Normalität ist? Allmählich entsteht eine zwischen den Zeiten hin und her wandernde Erzählung von Vergangenheit und vor allem Gegenwart, eine Familien- und Generationengeschichte, lebendig, komisch, hart. Berührend, fantastisch erzählt dieser wunderbare Debütroman vom Leben mit der Erinnerung und von jüdischem Familienleben in der Gegenwart.

(Klappentext)


Pressestimmen

„Hier wird eine Stimme laut, die einen unverwechselbaren Klang hat.“
Jakob Hessing, Der Tagesspiegel, 12. April 2015


„Sterndeutung lenkt den Blick auf etwas weiter Entferntes. Hier ist es die Deutung des Lebens unter dem Judenstern, dem Zeichen der Verfolgung und Vernichtung.“
Stephan Speicher, Zeit, 9. April 2015


„Man kann einen aufwühlenden Roman und einen sehr begabten jungen Autor entdecken.“
Sylvia Schwab, Hessischer Rundfunk, 19. März 2015


„Beeindruckt vor allem durch den lapidaren, lakonisch-humorvollen Stil.“
Maria Leitner, Buchkultur, 31. März 2015


„Jan Himmelfarbs Verdienst ist es, die grosse Erzählung vom Holocaust in die Gegenwart zu verlängern.“
Heinrich Vogler, Schweizer Radio und Fernsehen, 2. März 2015


„Ein lebendiger, komischer und harter Generationenroman.“
Heini Vogler, SRF 2 Kultur, 1. März 2015


„Ein wohlwollend-selbstkritisches Bild der fröhlichen (Parallel-)Gesellschaft der russischen Immigranten, die sich im neuen Wohlstand arrangieren, ohne dabei je das Bewusstsein ihrer Fremdheit zu verlieren.“
Stefana Sabin, Neue Zürcher Zeitung, 22. Februar 2015


„Vom ersten Satz an setzt Jan Himmelfarb […] auf höchste Subjektivität, nachdenklich, empfindsam, verletzlich.“
Rainer Hartmann, Kölner Stadt-Anzeiger, 6. Februar 2015


„Eine lebendige, harte und stellenweise auch sehr komische Familien- und Generationsgeschichte.“
Winfried Stanzick, Bücher.de, 20. Januar 2015


„Tragisch, komisch, herzergreifend.“
Susanna Wengeler, Buchmarkt, Januar 2015



Himmelfarb, Jan : Sterndeutung- Roman. München: Beck, 2015. 394 S.
ISBN 978-3-406-67486-0

Quelle: http://www.chBeck.de





August 2015

Dörte Hansen

Altes Land

Roman

Zwei Frauen, ein altes Haus und eine Art von Familie

„Polacken“ schimpft Ida Eckhoff, Bäuerin im Alten Land, als im Frühjahr 1945 Flüchtlinge aus Ostpreußen auf ihrem Hof stehen. Hildegard von Kamcke und ihre kleine Tochter Vera müssen in die Knechtekammer, auf Idas weißer Hochzeitsbank dürfen sie nicht sitzen. Aber Hildegard hat für die Opferrolle kein Talent. Sie zieht weiter nach Hamburg und lässt ihr Kind zurück. Vera erbt das große, kalte Haus und scheint es doch nie zu besitzen. Sie fürchtet sich vor ihm; lässt es verfallen. Bis mehr als sechzig Jahre später wieder zwei Flüchtlinge vor der Tür stehen: Veras Nichte Anne mit ihrem kleinen Sohn. Anne kommt nicht mehr zurecht mit ihrem Leben im szenigen Hamburg-Ottensen. Sie hasst ihren Job als Flötenlehrerin. Als ihr Mann sich dann auch noch in eine andere verliebt, haut sie ab.

Vera, die raubeinige Zahnärztin und Anne, die verkrachte Musikerin, haben mehr gemeinsam als sie ahnen. Beide fühlen sich nirgends zugehörig, beide kämpfen mit einer Vergangenheit, die alle Frauen in ihrer Familie hat erstarren lassen. Als sie beginnen das Haus zu renovieren geraten die Dinge in Bewegung.

Pressestimmen

„Dieser Roman ist wohltuend anders. Keine Romantik. Klischeefrei. Starke, knorrige Charaktere. Eine Geschichte, die lange nachklingt, wie das Ächzen und Knarren in dem großen dunklen Bauernhaus.“
NDR Buch des Monats März


„(…) weil es Dörte Hansen rundum gelingt, auf Niveau zu unterhalten, deshalb ist "Altes Land" ein tolles Debut!“
Denis Scheck, ARD "Druckfrisch"


„Das ist höchst amüsant erzählt und hält sich mühelos die Waage mit jener Stimmung, die von Stille beherrscht ist, von einem vorsichtigen Blick in das Innenleben der Menschen.“
WDR 2 Bücher, Christine Westermann


„Hansens Debütroman über den Unterschied zwischen Eingesessenen und Unbehauene ist schnell ein Bestseller geworden. Völlig zu Recht, weil es ein unaufdringlich mitfühlender Roman ist, wohltuende Unterhaltung.“
Die Zeit, Marie Schmidt


„Dörte Hansen findet für ihre herrlich eigensinnigen Figuren immer den richtigen Ton. Mal ironisch, mal anrührend. (...) Ihr Romandebüt ist ein amüsanter Blick aufs Landleben, der ohne Klischees auskommt.“
BRIGITTE


„Dörte Hansen ist mit „Altes Land“ das Überraschungsbuch der Saison gelungen“
Hannoversche Allgemeine Zeitung, Martina Sulzer


„Dörte Hansen erzählt von wilden Weibern auf dem Land. Sie vertreibt den Mief aus dem Heimatroman.“
Sächsische Zeitung, Bettina Kuczynski


„Der grandiose Roman-Erstling erzählt von drei „vertriebenen“ Frauen – ganz ohne zuckersüße „Landluft“-Idylle.“
Siegener Zeitung


„Dörte Hansen (...) ist eine begnadete Erzählerin, die hellwach beobachtet und punktgenau formuliert - immer scharfsinnig und mit Drogen Humor.“
Cuxhavener Nachrichten, Wiebke Kramp


„Dörte Hansen hat einen klugen Familienroman geschrieben (…) und eine einfühlsame Hommage an einen unsentimentalen Menschenschlag. Altes Land, tolles Buch.“
Hamburger Morgenpost, Stephanie Lamprecht


„Dieser Roman erzählt von tragischen Familienschicksalen, Generationskonflikten, Mutter-Tochter-Problemen, von Aussteigern und traditionellem Landleben; verständnisvoll, mit scharfem Blick und trockenem norddeutschem Witz.“
General-Anzeiger Bonn, Marianne Giese


„Dörte Hansen (...) hat ein ganz wunderbares, liebevolles und amüsantes Buch geschrieben, das man gar nicht aus der Hand legen möchte.“
NDR 1 Welle Nord, Svenja Lanz



Dörte Hansen: Altes Land. Roman. München, Knaus, 2015. - 288 S.
ISBN: 978-3-8135-0647-1

Quelle: http://www.randomhouse.de/Buch/Altes-Land-Roman/Doerte-Hansen





Juli 2015

Iris Wolff

Leuchtende Schatten

Roman

Mit einem Unfall am See beginnt die Freundschaft zwischen Ella und Harriet. Die beiden Mädchen, unterschiedlich aufgewachsen und erzogen, sind sich auf unmittelbare, sinnliche Weise vertraut – doch Harriet hat ein Geheimnis, das sie selbst ihrer besten Freundin lange verschweigt.
Neben der Wahrheit um Harriets Vergangenheit wird Ella mit einem tiefgreifenden Verlust konfrontiert. Die politischen Ereignisse der Jahre 1943 und 1944 im siebenbürgischen Hermannstadt zwingen die Mädchen zu einem schnellen und unsanften Abschied von der Kindheit.
Die Familiengeschichte mit ihren lebendig gezeichneten Figuren ist bestimmt durch Gegensätze: Die Verführungskraft einer zerstörerischen Ideologie, Traditionsbewusstsein und Sehnsucht nach Stabilität. Häuser, Straßen und Natur sind Zufluchtsorte und Identitätsräume und spiegeln doch das Ende einer Epoche. Der beginnenden Auflösung einer jahrhundertealten Kultur wird Lebensmut, humorvoller Pragmatismus und der Wille zum Glück entgegengesetzt. Letztlich bleibt Ella die Zeit mit Harriet in bildhafter Intensität gegenwärtig, denn „Glück wird durch Leid nicht aufgehoben“, und die Erfahrung des Verlusts lässt die Erinnerung umso leuchtender werden. Poetisch und mit beeindruckender Leichtigkeit erzählt Iris Wolff in ihrem zweiten Roman von der Unantastbarkeit der Freiheit von Freundschaft und Liebe in der Zeit zwischen Kindheit und Erwachsensein.

Pressestimmen

Vielleicht muss ein solches Buch auch von einer Frau geschrieben werden. Iris Wolff ist eine neue Stimme in der immer noch sehr lebendigen rumäniendeutschen Literatur. Einfühlsam und traditionsbestimmt. Das klassische Erzählen – das natürlich konventionelles Erzählen ist – beherrscht die Autorin perfekt.
Die Presse, Gerhard Zeillinger


Die in Freiburg lebende Autorin Iris Wolff hat mit "Leuchtende Schatten" eine siebenbürgische Elegie des Erinnerns geschaffen. (…)Es sind die perspektivische Gebrochenheit, die nicht auslotbaren Dimensionen von Zeit, die schmerzhafte Spannung zwischen Trauer und Euphorie, die dieses Buch tiefe Melancholie und beglückende Einsicht in die rettende Gegenwart im Moment der Erinnerung verströmen lassen. "Nur das Abwesende ist niemals fort."
Badische Zeitung , Andreas Kohm


(…)im jüngsten Buch spielt diese siebenbürgische Heimat der Autorin eine zentrale Rolle. Die Autorin überzeugt auch mit authentischen Nebenfiguren. Siebenbürgische Geschichte, Familiengeschichte, bildhaft verdichtete Annäherung an Heimat, Freundschaft.
EKZ Bücherservice, Connie Haag


Wie bereits ihr erster Roman „Halber Stein“, besticht auch ihr zweiter Roman durch subtile, poetische Schilderungen in einer klaren einprägsamen Sprache. Wiederum ein Abgesang auf das Ende Siebenbürger Sachsen in Rumänien, mit bislang nicht vernommenen Facetten und politischen Hintergründen.
Wulf Kirsten



Iris Wolff: Leuchtende Schatten. Roman
Salzburg, Otto-Müller-Verl., 2015. -324 S. ISBN 978-3-7013-1228-3 € 21,-

Quelle: http://www.iris-wolff.de/buecher/leuchtende-schatten/





Juni 2015

Jurij Wynnytschuk

Im Schatten der Mohnblüte

Roman

Ein Ukrainer, ein Deutscher, ein Pole, ein Jude. Die Heimat der vier jungen Freunde, das multikulturelle Lemberg der 1930er, ist ein bunter Ort voller bezaubernd kurioser Figuren - von der Großmutter, die leidenschaftlich als professionelles Klageweib arbeitet, bis hin zur uralten Bibliothekarin, die nicht sterben kann, bevor ihr Verlobter nicht aus den mystischen Tiefen der Regalreihen zurückgekehrt ist. Mit der Ankunft der Sowjets und später der Nazis wandelt sich die Stadt in einen düsteren Ort. Inmitten der Kriegswirren hinterlässt eine schicksalhafte Melodie Spuren, die bis in die Gegenwart führen: der Todestango. Auf geheimnisvolle Weise bringt er die Erinnerung an ein früheres Leben zurück und macht so möglich, dass geliebte Menschen sich wiederfinden können - dort, wo der Mohn tanzt.

Im Schatten der Mohnblüte ist eine bewegende Geschichte über Freundschaft, Ideale und Rückgrat im Angesicht größter Grausamkeit, die zeigt, dass Schatten stets auch Licht bedingt.

(Klappentext)


Pressestimmen

„Jurij Wynnytschuk ist einer der populärsten und beliebtesten Schriftsteller der Ukraine, seine Werke sind heiß diskutiert und vielfach ausgezeichnet. Schön, dass der Lemberger Kultautor nun auch die deutschsprachige Leserschaft in seinen Bann ziehen kann.“
Juri Andruchowytsch


„... ein raffiniert komponierter Roman, in dem Wynnytschuk immer wieder gekonnt Zeit und Perspektiven wechselt und eine bewegende Geschichte über Freundschaft und Rückgrat angesichts größter Grausamkeit erzählt.“
Karoline Thaler ORF Kultur


„ein fulminanter, opulenter Roman“
Jutta Lindekugel titel-kulturmagazin.net


„Bücher, die einen von der ersten Seite an packen, sind selten. Selbst den legendärsten Autoren ist das nur in den wenigsten Fällen gelungen. Jurij Wynnytschuk gehört mit seinem Roman 'Im Schatten der Mohnblüte' zweifellos zu dieser elitären Gruppe. Schon nach zwei Seiten lässt einen diese ernste, doch trotzdem voller Humor, fast schon als Schelmenroman erzählte Geschichte der Ukraine und ihres Umgangs mit der Vergangenheit nicht mehr los.“
Joachim Mols


„zweifellos einer der besten Romane des Jahres, einfach lesenswert“
Tetjana Trofimenko


„Der Roman ist ein fortwährendes Geheimnis: geheimnisvolle Irrgänge in einer Bibliothek (Eco und Borges lassen grüßen!), eine Detektivgeschichte, mystische Symbole und Zeichen, eine schicksalhafte Melodie und originelle Figuren.“
Lilia Schutjak BBC Ukraine



Jurij Wynnytschuk: Im Schatten der Mohnblüte - Roman. Aus dem Ukrainischen von Alexander Kratochvil. – Innsbruck: Haymon Verl., 2014. – 456 S. ISBN 978-3-7099-7145-1

Quelle: http://www.haymonverlag.at





Mai 2015

Philipp Ther

Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent

Eine Geschichte des neoliberalen Europa

Als im November 1989 die Mauer fiel, begann ein Großexperiment kontinentalen Ausmaßes: Die ehemaligen Staaten des »Ostblocks« wurden binnen kurzer Zeit auf eine neoliberale Ordnung getrimmt und dem Regime der Privatisierung und Liberalisierung unterworfen. Philipp Ther war vor Ort, als die Menschen damals in Prag auf die Straße gingen, später lebte er mehrere Jahre in Tschechien, Polen und der Ukraine. In diesem Buch legt er eine umfassende zeithistorische Analyse der neuen Ordnung auf dem alten Kontinent vor – und zwar erstmals in gesamteuropäischer Perspektive. Angereichert durch persönliche Erfahrungen, rekapituliert Ther den Verlauf der »verhandelten Revolutionen«. Er zeigt, dass der Umbau der mittel- und osteuropäischen Ökonomien auch auf Länder im Westen zurückwirkte, die Arbeitsmarktreformen der rot-grünen Bundesregierung interpretiert er z. B. als »nachholende Modernisierung«

Ther räumt mit einigen Mythen rund um »1989« auf und zieht eine Zwischenbilanz, die für breite Diskussionen sorgen wird: Was funktionierte besser – radikale Schocktherapien oder schrittweise Reformen? Welche Lehren lassen sich im Hinblick auf die gegenwärtige Krise der südeuropäischen Länder ziehen? Und warum wurde Berlin wirtschaftlich von Städten wie Warschau oder Prag überholt?

Preis der Leipziger Buchmesse 2015: Bestes Wissenschaftsbuch 2014

Pressestimmen

„Das Buch, das der Wiener Historiker Phillpp Ther über Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent geschrieben hat, öffnet tatsächlich die Augen.“
boll, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung


„Philipp Ther liefert keine vorschnelle Abrechnung mit dem Neoliberalismus, sondern ist um eine ausgewogene Darstellung der durch neoliberale Politik ausgelösten Prozesse in Osteuropa bemüht. Er argumentiert empirisch gut unterfüttert, differenziert zwischen den verschiedenen Ländern und arbeitet auch Unterschiede zwischen neoliberaler Rhetorik und dem tatsächlichen, relativ pragmatischen Handeln, etwa des ehemaligen tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus, heraus.“
Conrad Lay, Deutschlandfunk


„Dieses elektrisierende Buch ist kein Plädoyer für Schocktherapien, eröffnet aber die Möglichkeit, aus den Erfahrungen und Krisen der zu Ende gehenden Periode zu lernen.“
Jens Bisky, Süddeutsche Zeitung


„Thers Buch ist ein Kunstwerk zeitgenössischer Geschichtsschreibung, dem es gelingt, den Verlauf der Vergangenheit in seiner subjektiven Erfahrung aufzuweisen, ohne die Objektivität des Geschehenen zu trivialisieren.“
Moritz Pfeifer, ParisBerlin | Magazin für Europa


„Insgesamt hat Philipp Ther ... ein sehr lesenswertes Buch vorgelegt, das ebenso anschaulich und ergebnisorientiert wie innovativ und mutig verfasst ist. Für die zeithistorische Erforschung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformationen seit 1989/90 dürfte es gerade durch seine vergleichende Perspektive lange ein wichtiger Bezugspunkt bleiben.“
Frank Bösch, H-Net Januar 2015



Philipp Ther: Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent - Eine Geschichte des neoliberalen Europa Berlin: Suhrkamp, 2014, 432 S., ISBN: 978-3-518-42461-2

Quelle: http://www.suhrkamp.de





April 2015

Ursula Ackrill

Zeiden, im Januar

Roman

Siebenbürgen im Winter 1941. Der Krieg rückt den Menschen in Zeiden auf den Leib und spaltet den Ort. Allein Leontine spürt die Gefahr seit langem – und warnt. Sie versucht, ihre große Liebe zu vergessen und bricht mit dem ältesten Freund; doch ob sie sich retten wird?

21. Januar 1941. Es ist Winter in Siebenbürgen. Lange schon hat die Kälte, aus dem Westen kommend, das Sachsenland erreicht. Leontine Philippi, graue Strähnen im Haar, schreibt hellsichtig an der Stadtchronik von Zeiden. Das Manuskript aber hält sie unter Verschluss. Ihr Ziehkind Maria, eine junge Rumänin, kauft und verkauft Gegenstände, die ihre Besitzer gegen Fluchtgeld tauschen, und scheint nichts zu begreifen. Mit Franz Herfurth, ihrem Vertrauten aus Kindertagen, spricht Leontine seit Monaten kein Wort. Er ist jetzt Schularzt in Zeiden, untersucht SS- Rekruten, die vom Reich gefordert werden, und hat Gründe, den >Idioten< des Ortes mit Argwohn zu verfolgen. Leontine jedoch lässt sich den Mund nicht verbieten, auch wenn sie bis zum Schluss, noch in höchster Gefahr, über mancherlei schweigt.

Über Jahrhunderte hatten sich die Rumäniendeutschen eine eigene Welt geschaffen, ihre Sprache und Kultur quasi eingemauert in einem Landstrich, der mal zu Österreich- Ungarn, mal zu Rumänien gehörte. Als Hitler sie »heim ins Reich« holte und es eine existentielle Entscheidung zu treffen galt, brach auch in Siebenbürgen die alte Sehnsucht nach Heimat und Zugehörigkeit wieder auf. Ursula Ackrill erzählt davon, wie Menschen aus Opportunismus und Feigheit schuldig werden. In einer genauen Sprache, die seltsam altmodisch und zugleich nagelneu klingt, begleitet die Autorin uns unerschrocken auf fremdes Terrain.

(Klappentext)


Pressestimmen

„Die Autorin beschreibt nicht nur mit gebührender Präzision die Lage Rumäniens 1941, die Spannungen zwischen den Siebenbürger Sachsen und den Rumänen, sie hat für die narrative Ausarbeitung des historischen Hintergrunds mit der Kleinstadt Zeiden auch einen denkbar gelungenen Schauplatz gewählt und sich eine Sprache angeeignet, die in ihrer vertrauten Fremdheit die Lektüre mit einem Authentizität stiftenden "Sepia-Sound" versieht.“
Ernest Wichnert, Die ZEIT


„Ursula Ackrills Debütroman über Siebenbürgen anno 1941, über NS-Begeisterung und Gewissenlosigkeit, in Szene gesetzt laut Rezensent mit historischen Figuren und Episoden, die von den Hoffnungen der deutschsprachigen Minderheit in dieser Gegend berichten, aber auch von den technischen Möglichkeiten zum Massenmord, kommt für Thomas auch sprachlich und formal speziell daher. Mit einer komplexen Konstruktion aus Vor-und Rückblenden, präziser Protokollierung der Ereignisse und einem Geflecht aus Miniaturen und kühnen Metaphern, wie Thomas erläutert.“
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, Christian Thomas Perlentaucher


„Lothar Müller scheint, als hätten die Siebenbürger Sachsen mit diesem Debütroman von Ursula Ackrill eine kritische Chronik erhalten und die deutsche Gegenwartsliteratur eine neue Stimme. Müller verbucht es als Gewinn, dass die Sprache im Buch auf die Töne der deutschen Gegenwartsliteratur keine Rücksicht nimmt, wenn die Autorin eine Wolke beispielsweise folgendermaßen beschreibt: "Sie kommt vom Berg und bindet in ihren Wassermolekülen die Würze der Tannen, der Wacholderbüsche, die Träume der Winterschläfer von Fett, Blut und Sonne." Ebenso Ackrills Auslegung der Form der Chronik, die den Leser laut Müller tief in das Geschehen im Januar 1941 in Siebenbürgen hineinzieht. Mit der nötigen Aufmerksamkeit, so Müller, gewinnt der Leser eine historisch reiche wie politisch bewusste und kritische Erzählung ohne ideologiekritisches Räsonnement, die ganz nah an den Figuren bleibt und die damaligen Debatten um das "Deutschtum" genau nachzeichnet.“
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, Lothar Müller - Perlentaucher


„Sehr einleuchtend findet Schröder hier die Mentalität einer Landsmannschaft erforscht, die das Deutschtum hochhielt, weil es zuvor schlecht gemacht wurde, und die lieber treten wollte als getreten werden. Der Roman fordert dem Leser einiges ab, warnt Schröder, eine geradlinige Handlung gebe es nicht, der Sound sei archaisierend, in seinem Duktus jedoch stimmig unstimmig.“
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, Christoph Schröder - Perlentaucher


„Ursula Ackrill bewegt sich sehr sicher in dieser Geschichte. Sie hat einen scharfen Blick und ein sicheres Gespür für den Zusammenhang banalen Alltagsgeschehens mit den politischen Schicksalsfragen. Der Leser lebt und atmet in diesen Geschichten mit und entdeckt immer neue Facetten. Sie hat dazu eine Sprache gewählt, die, obwohl fremd und wie aus einer vergessenen Zeit stammend, uns sehr vertraut erscheint. (...) Ursula Ackrill legt ein bislang ungeschriebenes Kapitel aus der Geschichte der Siebenbürger Sachsen vor: wie die sogenannten Volksdeutschen in Rumänien der Propaganda des Dritten Reichs verfallen. Ein Buch für alle, die an den zeitgeschichtlichen Problemen und Konflikten jener Zeit interessiert sind. “
Ein spannendes, ein wichtiges Buch.Jules Barrois Amazon


„Ein dringliches Buch, es ist im Verlag Klaus Wagenbach Berlin erschien, und es vermittelt eine Einblick, über ein verschwiegenes Thema, über Feigheit und Schuld.“
Rolf Ständeke - Amazon



Ackrill, Ursula : Zeiden, im Januar. Roman. Berlin: Wagenbach, 256 S.,
ISBN 978-3-8031-3268-0

Quelle: http://www.perlentaucher.de





März 2015

Olaf Ihlau

Der Bollerwagen

Unsere Flucht aus dem Osten

Eine außergewöhnliche Flucht in den Wirren des 20. Jahrhunderts

Ein Bollerwagen – das war alles, was ihnen blieb, als der damals knapp dreijährige Olaf Ihlau mit seiner Familie aus dem brennenden Königsberg in den Westen floh. Das Gefährt wurde dem Autor zum lebenslangen Begleiter. Nun, siebzig Jahre später, erzählt »Der Bollerwagen« die Geschichte dieser Flucht: eine abenteuerliche Reise durch die deutsche Vergangenheit.

30. August 1944 – es ist die Nacht, in der Königsberg stirbt. Allein einen Bollerwagen vermag der Großvater aus den Flammen zu retten. Dieses Gefährt, »schlicht, aber solide«, begleitet den Autor und seine Mutter auf der Flucht in den Westen, auf einem langen Elendsmarsch von Ostpreußen bis in den oberbayerischen Chiemgau. Auch dort leistet es der wiedervereinten Familie treue Dienste, als Transportmittel für Brennholz und als Gefährt für Hamstertouren. In Köln werden noch einmal Ziegelsteine für einen Hausbau damit transportiert, ehe der Bollerwagen in Garagen und Kellern verschwindet. Trennen mag der Autor sich jedoch bis heute nicht von der Familienreliquie, erinnert sie ihn doch an die leidvolle Flucht und die Nachkriegszeit. Die berührende Geschichte einer Familie und ihrer abenteuerlichen Reise in den Wirren des 20. Jahrhunderts.

(Klappentext)


Pressestimmen

„Ein ergreifendes Stück Literatur, das zum Schmunzeln wie zum Nachdenken anregt.“
Stefan Aust


„Ihlau [ist] ein scharfer Beobachter, der brillant und mit beeindruckender Gelassenheit deutsche Geschichte(n) erzählt. [E]ine großartige und bewegende Geschichte, denn sein Bollerwagen verkörpert millionenfache Erfahrungswelten.“
ZEIT Beilagen


„Ein schönes, ein berührendes Buch.“
Tankred Dorst


„Ein persönliches Buch, das auch ein Stück Selbstbefragung und Vergangenheitsaufarbeitung ist. Ein sprachlich elegantes, berührendes und fernab jedweder Vertriebenenverklärtheit geschriebenes Zeitzeugnis.“
Potsdamer Neueste Nachrichten


„Olaf Ihlau erzählt seine eigene Geschichte und deutsche Geschichte. Krieg, Vertreibung, Wiederaufbau - vieles wurde schon darüber geschrieben. Ihlau zeigt andere, auch neue Perspektiven. [...] lesenswert.“
Bergische Morgenpost Wermelskirchen


„Eine ebenso abwechslungsreiche wie interessante Familien-Geschichte.“
Thomas Wintgen, Remscheider General-Anzeiger



Olaf Ihlau: Der Bollerwagen - Unsere Flucht aus dem Osten. – München: Siedler, 2014
192 S., ISBN: 978-3-8275-0050-2

Quelle: http://www.randomhouse.de





Februar 2015

Egon Schwarz

Wien und die Juden

Essays zum Fin de siècle

Franz Werfel, Arthur Schnitzler, Karl Kraus, Sigmund Freud, Theodor Herzl: Die Reihe der jüdischen Intellektuellen, die nicht nur das Wiener Geistesleben um 1900 geprägt haben, lässt sich fast beliebig lange fortsetzen. Der renommierte Germanist Egon Schwarz, der selbst als Kind jüdischer Eltern 1938 aus Wien nach Südamerika fliehen musste, beleuchtet die sozio- und kulturhistorischen Gründe dieses Phänomens.

Keine Stadt versinnbildlicht die Spannungen zwischen westlicher Monarchie und östlicher Provinz und die Gegensätze zwischen Patriotischem und Multinationalem so sehr wie das Wien der Jahrhundertwende. So verwundert es nicht, dass die Hauptstadt der Donaumonarchie, dieser Schmelztiegel von Nationen und Kulturen, gleichzeitig den Nährboden für Herzls Zionismus und Hitlers Antisemitismus bilden konnte. Egon Schwarz entführt den Leser ins Fin de siècle und lässt ihn an den Biographien jüdischer Literaten wie Joseph Roth, Arthur Schnitzler oder Karl Emil Franzos nachempfinden, was es bedeutete, zu dieser Zeit "jüdisch" und "österreichisch" zu sein, dem "malheur d’être juif", aber auch dem Glück, in einem Umfeld von beispielloser Kultiviertheit und Intellektualität wirken zu können.

(Klappentext)


Pressestimmen

„Brillant geschrieben.“
Friedmar Apel, Frankfurter Allgemeine Zeitung


„Sorgfältig schildert Schwarz jenen langen Prozess, an dessen Höhepunkt Wien zu einem Laboratorium der Moderne wurde. (...) Seine Essays sind unverändert aktuell und lebendig.“
Ulrich Greiner, DIE ZEIT


„Es ist ein so lebenskluges, optimistisches, wirklichkeitserfahrenes literaturwissenschaftliches Werk, wie ich kaum ein zweites kenne.“
Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung


„Faszinierend“
Claudia Kühner, Neue Zürcher Zeitung



Schwarz, Egon: Wien und die Juden - Essays zum Fin de siècle
Beck: München, 2014. 173 S. - ISBN 978-3-406-66134-1

Quelle: http://www.chbeck.de





Januar 2015

Sofi Oksanen

Als die Tauben verschwanden

Roman

Aus dem Finnischen von Angela Plöger

Der Roman folgt dem Schicksal dreier Esten während des Zweiten Weltkriegs und danach: Roland, einem prinzipientreuen estnischen Freiheitskämpfer, seinem machthungrigen, skrupellosen Cousin Edgar und dessen Frau Juudit, die sich in einen deutschen Offizier verliebt. Ein meisterhaft komponierter Roman über Machtstreben, Liebe und Verrat.

Estland zur Zeit der deutschen Besatzung: Während sich Roland versteckt hält, weil er immer noch an die estnische Befreiung glaubt, versucht Edgar ins Zentrum der Machthaber vorzustoßen. Seine Frau Juudit verliebt sich in einen hohen deutschen Offizier, nicht ahnend, dass ihr Mann über genau diesen Offizier die Karriereleiter emporklettern möchte. Nach dem Krieg werden die Karten neu gemischt, Estland steht unter der Besatzung der Sowjets, und wieder ist es Edgar, der hofft, seiner Vergangenheit zum Trotz auch bei den Kommunisten eine herausragende Rolle zu spielen. Intrigen und Legenden, Verrat und Heimtücke, Liebe und Familie – Sofi Oksanen hat einen Roman geschrieben, der sich durch die meisterliche Konstruktion wie ein Thriller liest und dessen Figuren, allen voran Edgar, man nicht mehr vergisst.

(Klappentext)


Die internationale literarische Sensation des Jahres.

Pressestimmen

„Eine großartig geschriebene Geschichte über drei Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen.“
BuchMarkt


„Sofi Oksanen hat den großen Geschichtsroman eines kleinen Landes geschrieben, das zwischen den Fronten liegt.“
FOCUS Spezial


„[...] durch die meisterliche Konstruktion liest sich Oksanens Roman wie ein Thriller und dessen Figuren, allen voran Edgar, werden zu realen Personen.“
Buch Live


„Kunstvoll lotet die Finnin in Als die Tauben verschwanden die Untiefen des menschlichen Charakters aus.“
Nürnberger Nachrichten


„Sofi Oksanens neuer Roman ist beunruhigend stark – kein Ruhekissen für den Geist, sondern ein virtuoser Hammer, mit dem man Nägel ins Holz treibt.“
Tages-Anzeiger


„Ihre literarischen Starqualitäten liegen [...] in den gewagten Verfahren, mit denen sie die Schmerzenslinien der Geschichte herauspräpariert.“
DIE ZEIT


„[Der Roman] überzeugt nicht nur durch seine Bildsprache, [...] er ist zugleich ein Lehrstück über Macht, Mitläufertum und Moral.“
SPIEGEL online


„Es ist [...] ein atemberaubendes und fesselndes Buch.«“
mdr Figaro. Das Kulturradio


„Sofi Oksanen gelingt es auf packende Weise, ein halbes Jahrhundert des Totalitarismus in Estland lebendig werden zu lassen.«“
Trierischer Volksfreund


„Intrigen und Legenden, Verrat und Heimtücke, Liebe und Familie; durch die meisterliche Konstruktion liest sich Oksanens Roman wie ein Thriller [...].“
mottingers-meinung.at


„[...] ein meisterhaft komponiertes Werk über Machtstreben, Liebe und Verrat.“
SR2 BücherLese


„Bevölkert von einer vielfältigen Schar präzise gezeichneter Charaktere und dabei so unterhaltsam und spannend wie ein Krimi.“
EMMA


„Was Menschen alles tun, um Macht und Einfluss zu behalten, davon erzählt Sofi Oksanen und dadurch ist ihr Buch so zeitlos und erschütternd aktuell.“
NDR Kulturjournal


„Herausgekommen ist ein überzeugender Roman, der bis zum grandiosen, von der Kunst der Andeutung lebenden Schluss spannend bleibt.“
SWR2 Literatur


„Propaganda als Geschichtsschreibung und die Rolle von Kollaborateuren: Das ist wohl noch nie so anschaulich und spannungsreich literarisch verarbeitet worden wie hier.“
Sächsische Zeitung


„Mit ihren Beschreibungen damaliger Propagandamethoden ist der Roman ein Beitrag zur aktuellen Debatte um den Konflikt in der Ukraine.“
Deutsche Welle


„Grandios gelingt es Oksanen, den Menschen und Gefühlen eine Stimme zu geben, die in den siegreichen Geschichtsschreibungen der Vergangenheit verteufelt oder ausgeblendet wurden.“
Deutschlandfunk


„[...] meisterhaft erzählt, [...] spannend wie ein Thriller, lehrreich wie ein historischer Roman, er hat philosophische Tiefe und er unterhält [...].“
Der Freitag


„[...] brandaktueller Beitrag zur Debatte um das Rollenverhalten von Putins Russland [...]“
Literaturhaus Frankfurt



Sofi Oksanen: Als die Tauben verschwanden – Roman. Aus dem Finnischen von Angela Plöger
Hamburg: KiWI, 2014. – 432 S. ISBN: 978-3-462-04661-8


Sofi Oksanen, geboren 1977, Tochter einer estnischen Mutter und eines finnischen Vaters, studierte Dramaturgie an der Theaterakademie von Helsinki. Ihr dritter Roman, Fegefeuer, war monatelang Nummer eins der finnischen Bestsellerliste und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Finlandia-Preis, dem Literaturpreis des Nordischen Rates und dem Prix Femina. Der Roman erschien in über vierzig Ländern und machte die Autorin auch in Deutschland zu einer der wichtigsten Vertreterinnen der internationalen Gegenwartsliteratur. Ihr erster Roman Stalins Kühe erschien in Deutschland 2012. Sofi Oksanen ist verheiratet und lebt in Helsinki.

Quelle: http://www.kiwi-verlag.de