Rezitativ-musikalischer Theaterabend

Donnerstag, 1. Februar 2018, 18 Uh, Großer Saal EG

Mutter Sprache – Rose Ausländer im Wort


Rezitativ-musikalischer Theaterabend mit Janina Picard, Schauspiel/Lesung, und Apollonio Maiello, Klavier

Das literarische Werk von Rose Ausländer (1901 - 1988) ist geprägt von einem suchenden Ton, der die Sehnsucht nach Heimat, nach dem Aufspüren der eigenen Wurzeln anklingen lässt. Antworten auf ihre Fragen findet die Lyrikerin nur im Schreiben.

Janina Picard, Sprecherin/Schauspielerin und Apollonio Maiello, Pianist/Komponist gehen in ihrem rezitativ-musikalischen Theaterabend den Fragen nach „Heimat“ im Wortlaut der Dichterin nach. Rose Ausländers Lyrik lässt träumen, ihre Prosa rüttelt auf – die zwei Künstler schaffen für beides Wort- und Klangräume, lassen die Metaphern, Allegorien und Gleichnisse auf der Bühne zur lebendigen Gegenwart werden.

Mit der Veranstaltung erinnert das HdH BW an den 30. Todestag von Rose Ausländer.

Janina Picard arbeitet für SWR, WDR, steht als Schauspielerin für Film und Fernsehen vor der Kamera und tritt in Lesungen, Theaterinszenierungen sowie als Moderatorin auf. Ihr Handwerk hat sie in Russland, Berlin, Wien, Teheran, London und zuletzt an der Musikhochschule Stuttgart erlernt.

Apollonio Maiello hat als Pianist internationale Wettbewerbe gewonnen und mit namhaften Künstlern wie dem Free-Jazzer Peter Brötzmann zusammen gearbeitet. Als Komponist setzt er interdisziplinär Mittel des Jazz und zeitgenössischer Musik ein.

 

Der Eintritt ist frei. Einlass bis zum Erreichen der höchstzulässigen Besucherzahl.


"Schreiben ist ein Trieb"

„Der Dichter, der Schriftsteller muss essen, sich bewegen, ruhen, denken, fühlen und schreiben – schreiben, was seine Gedanken und Einbildungskraft ihm vorschreiben.“ – so beantwortet Rose Ausländer die Frage „Warum ich schreibe“.

Janina Picard, Schauspielerin und Sprecherin, hat einen intensiven „rezitativ-musikalischen Theaterabend“ über die Lyrikerin konzipiert. Rose Ausländer im Wort – das gilt uneingeschränkt, denn ohne Kommentare, ohne Erklärungen zum Lebenslauf trägt Picard Gedichte und Texte vor. Als Szenerie genügen ihr ein Koffer, ein Mantel und zwei Leuchten, atmosphärisch unterstützt wird sie von Apollonio Maiello am Klavier. Er improvisiert und begleitet, jede Aufführung unterscheidet sich von der anderen, erzählen die beiden Künstler im Anschluss.

Seit 1977 verließ Rose Ausländer ihr Zimmer im Altenheim der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf nicht mehr, um sich völlig auf das Schreiben zu konzentrieren. „four walls, a ceiling and a floor“: Mehr Außenraum benötigt Ausländer nicht, um in einem lyrischen Kosmos zu leben.

Schon viel früher, während des Zweiten Weltkriegs, als die Jüdin sich im Kellerversteck in Czernowitz vor Verfolgung und Deportation retten musste, findet ihr eigentliches Leben im Schreiben statt. Erinnerungen, besonders an die Mutter, Reflexionen, Betrachtungen der Umwelt und des Lebensraumes – alles wird ihr zum Stoff für Gedichte, denn: die „Muttersprache setzt mich zusammen“, Worte legen das „Menschmosaik“. 

 

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