Schauspiel & Musik


Mittwoch, 13. Dezember 2017, 18 Uhr

Schreiben Sie, mir ist sonst so langweilig!
Anton Tschechow und Olga Knipper


Literarisch-musikalische Soiree mit dem Ensemble WORTON

Hunderte von Briefen haben sie sich geschrieben, der Schriftsteller Anton Tschechow und die gefeierte Schauspielerin Olga Knipper vom Moskauer Künstler-Theater. Bei den Proben der „Möwe“ im Jahr 1898 lernen sie sich kennen und ihnen verbleiben nur knappe fünf Jahre für ihr gemeinsames Leben. Eine Liebe zwischen ihren Lebensorten Moskau und Jalta, eine Liebe zwischen den Zeilen, eine Liebe in Briefen.

Der Briefwechsel gilt bis heute als einer der schönsten der Weltliteratur und gewährt wundervolle Einblicke in das künstlerische Schaffen am Theater und das gesellschaftliche Leben in Russland um die Jahrhundertwende. Diese Spur nimmt das Ensemble WORTON auf.

Mit der Musik von Rachmaninow, Prokofjew und Schostakowitsch verschmelzen die phantasievoll-zärtlichen Briefe, ergänzt durch Szenen und humorige Kurzgeschichten Tschechows, zu einem bewegenden Bühnenstück über ein außergewöhnliches Künstlerpaar in der Blütezeit der russischen Literatur und Musik.

Ensemble WORTON:
Schauspiel: Andrea Hancke, Michael Stülpnagel
Musik: Andreas Baumann (Klavier), Uriel Stülpnagel (Violoncello)

Der Eintritt ist frei.
Einlass bis zum Erreichen der höchstzulässigen Besucherzahl.


"Schreib' mir alles"

Eine Beziehung, gelebt über das Schreiben – ihre gemeinsame Zeit, die Olga Knipper und Anton Tschechow fast ausschließlich durch das Lesen und Verfassen von Briefen miteinander teilen konnten, war kurz und intensiv. Andrea Hancke und Michael Stülpnagel, Mitglieder des Ensembles WORTON, lasen den extrem facettenreichen Gedankenaustausch.

Olga Knipper, die gefeierte Schauspielerin, hadert mit ihrem Beruf. Er bringt sie dazu, in Moskau zu bleiben, während ihr kranker Ehemann Anton Tschechow, gesundheitlich bedingt, in Jalta lebt. Über ihre Zweifel schreibt sie ihm ebenso wie über die Unzufriedenheit nach der Premiere des Onkel Wanja. Die von der Regie geforderte Anlage der Helena Andrejewna entspricht nicht ihrer eigenen Interpretation, sie sieht sich künstlerisch gescheitert und verspricht Besserung. Tschechow antwortet, indem er beschreibt, wie die Masse eingehender Telegramme ihm unvorbereitet den Schlaf geraubt hat – von der Premiere hat er erst durch Olgas Brief erfahren.

In ihrem Briefwechsel teilt das Paar alles. Eifersüchteleien werden schriftlich ausgetragen. Der Schriftsteller erzählt von seinen Gästen, der Gartenarbeit, den gesundheitlichen Problemen. Er unterzeichnet als italienischer „Antonio“, als „Mönchspriester“, schreibt an die „liebe Schauspielerin“, an sein „Großmütterchen“.

Der letzte Brief, den Andrea Hancke als Olga las, richtet sich an den verstorbenen Ehemann. Nach dieser Beziehung konsequent: „Wenn ich dir schreibe, scheint es mir, dass du lebst.“

Das Ensemble WORTON inszenierte den Abend auch musikalisch. Uriel Stülpnagel am Violoncello wurde von Andreas Baumann am Klavier begleitet. Werken von Skryabin, Rachmaninov, Schostakowitsch und Karl Davidoff intensivierten die Atmosphäre, die geprägt wurde von der Intensität der Verbundenheit zweier Künstler.

 

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